25. Juni 2009

Bei WAK-Rückbau keinen Sicherheitsrabatt geben

Kategorie: Atom

Anlässlich des bevorstehenden Beginns der Verglasung hochradioaktiver
Flüssigabfälle aus der 1991 stillgelegten Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe
(WAK) erklären die Karlsruher Abgeordnete und umweltpolitische Sprecherin der
Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen und der Regionalverband Mittlerer Oberrhein des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

Bei WAK-Rückbau keinen Sicherheitsrabatt geben

Die Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90 / Die Grünen Sylvia Kottting-Uhl und Armin Gabler, Regionalvorsitzender des BUND, begrüßen, dass die hochgefährliche Atomsuppe, die nur durch ständiges Kühlen und Rühren von einer atomaren Kettenreaktion abgehalten wird, durch die Verglasung bald in einen weniger gefährlichen Zustand überführt und später in ein ordnungsgemäßes Zwischenlager gebracht wird. Wir verlangen aber: „Beim gesamten Prozess der Verglasung, der Zwischenlagerung der verglasten Kokillen und schließlich beim Transport nach Greifswald müssen optimale Sicherheitsanforderungen eingehalten werden.“
Angesichts der explodierenden Kosten (aktueller Kostenstand: 2,2 Milliarden Euro) für den Rückbau der WAK war es zu erwarten, dass versucht wird, an Sicherheitsmaßnahmen zu sparen.

Aus der Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sylvia Kotting-Uhl zum Rückbau der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe geht hervor, dass die verglasten Atom-Kokillen bis zu eineinhalb Jahre lang in Castoren mit nur einem einzigen Deckel in einer Art Garage aufbewahrt werden sollen. Bei der Einlagerung im Zwischenlager dagegen werden standardmäßig Castoren mit einem Primär- und einem Sekundärdeckel vorgeschrieben. „Dieser Sicherheitsstandard ist auch für die Lagerung auf dem WAK-Gelände zu gewährleisten,“ betont Sylvia Kotting-Uhl. Die Argumentation, es handle sich hier lediglich um eine Transportbereitstellung und nicht um Lagerung ist angesichts eines Zeitraums von eineinhalb Jahren vorgeschoben.

Eine weitere Sicherheits-Schwachstelle ist der Transferkanal zwischen dem alten Lagergebäude und der Verglasungsanlage, durch den einmal pro Woche 1500 Liter Atomsuppe gepumpt werden. Es ist völlig unverständlich, dass ausgerechnet dieser Kanal - anders als sonstige Bauteile - nicht gegen einen Treffer eines großen Flugzeugteils ausgelegt wurde. Für den BUND stellt Armin Gabler klar: „Zusätzliche bauliche Sicherungsmaßnahmen sind hier dringend nötig.“

Ein Skandal bleibt die Finanzierung des WAK-Rückbaus. Die Atomkonzerne haben es geschafft, die Milliardenkosten für den Abbau ihrer Anlage weitestgehend bei Bund und Land abzuladen. Den Löwenanteil der WAK-Kosten und auch alle Kostensteigerungen tragen daher die Bürgerinnen und Bürger. Bündnis 90 / Die Grünen setzen sich für die schnellstmögliche Einführung einer Brennelementesteuer ein, damit die Atomkonzerne wenigstens für einen Teil der von ihnen verursachten Kosten selber aufkommen.

Kontakt:


Sylvia Kotting-Uhl
Mitglied des Deutschen Bundestages
Bündnis 90/DIE GRÜNEN
Wahlkreis
Wahlkreisbüro Karlsruhe
Sophienstraße 58
76133 Karlsruhe
Mitarbeiterin: Ulrike Maier
Tel. (0721) 15 18 6 87
Fax (0721) 15 18 6 90
sylvia.kotting-uhl@wk.bundestag.de

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Landesverband Baden-Württemberg e.V.
Regionalverband Mittlerer Oberrhein
Waldhornstraße 25
76131 Karlsruhe
Hartmut Weinrebe Geschäftsführer
Tel. 0721 358582
Fax 0721 358587
www.bund.net/mittlerer-oberrhein/
bund.mittlerer-oberrhein@bund.net




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