25. November 2016

Bündnis gegen zusätzliche Straßenbrücke über den Rhein: Ja zur Bestandstrasse, Ablehnung der vorliegenden Brückenplanung ist einzige verantwortliche Position, Beschluss des Karlsruher Gemeinderats zur Anbindung an die B 36 öffnet Tor zur Nordtangente

Kategorie: Verkehr, Naturschutz
Lageskizze "2. Rheinbrücke" mit Querspange B 36 bzw. Nordtangente West - Karte: Kartenverlag Buggisch

Lageskizze "2. Rheinbrücke" mit Querspange B 36 bzw. Nordtangente West - Karte: Kartenverlag Buggisch

Karlsruhe. Die im Bündnis gegen eine zusätzliche Straßenbrücke über den Rhein vereinten Naturschutz- und Verkehrsvereine und -verbände sowie Mitglieder des Aktionsbündnisses „Pro Ersatzbrücke“ begrüßen den Mehrheitsbeschluss des Karlsruher Gemeinderats, den Bau einer Ersatzbrücke auf der Bestandstrasse im Bereich der beiden bestehenden Rheinbrücken nicht voreilig vom Tisch zu wischen.

„Wer Klimaschutzziele ernst nimmt, wer sich um saubere Luft und die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger sorgt, wer für den Erhalt der Vielfalt an Arten und Lebensräumen in den Rheinauen eintritt, der muss erkennen, dass eine Ablehnung der vorliegenden Planung einer zusätzlichen Brücke über den Rhein für den Kraftfahrzeugverkehr, die einzige verantwortliche und verantwortbare Position ist“, so BUND-Regionalgeschäftsführer Hartmut Weinrebe.

Den Beschluss des Gemeinderats, die Anbindung der geplanten zusätzlichen „2. Rheinbrücke“ an die B 36 mit der Planung der Brücke zu verbinden, kommentiert Dirk Harmsen von den Hardtwaldfreunden Karlsruhe kritisch: „Zwar funktioniert diese unnötige Rheinquerung nur dann einigermaßen, wenn sie nicht auch noch auf die Südtangente führt. Aber konkret wäre diese Trasse der Einstieg in die von der CDU und anderen Gruppierungen gewünschten Nordtangente.“

„Diese Anbindung an die B 36 ist allerdings nicht nur als Westast der Nordtangente anzusehen, sondern belastete bisher ruhige Gebiete massiv mit Lärm, darunter das von vielen Familien bewohnte Konversionsgebiet Knielingen 2.0“, verdeutlicht Klaus Bluck vom Arbeitskreis Nordtangente. „Die geplante Anbindung an die B36 würde künftig tendenziell noch mehr Durchgangsverkehr auch durch Neureut-Süd und durch das Wohngebiet von Neureut-Heide führen und so die dortigen Bewohner noch stärker mit Lärm und Emissionen durch hohes Verkehrsaufkommen belasten“, erklärt Carl M. Falck für den Bürgerverein Neureut-Heide.

Gleichzeitig ist spätestens seit dem Faktencheck im Jahr 2011 bekannt, dass keine der Planungsvarianten – auch nicht eine mit einer durchgehenden Nordtangente – in der Lage sein wird, eine hörbare Lärmreduktion entlang der Südtangente zu erreichen.

Artur Bossert, Vorsitzender des NABU Karlsruhe, ergänzt: „Ebenso ist mit einer Anbindung an die B 36 unweigerlich eine Entwertung des geplanten Naturschutzgebiets „Waid“ verbunden, das als solches im aktuell gültigen Landschaftsplan ausgewiesen ist und einen hohen naturschutzfachlichen Wert besitzt. Diese Planung steht damit im Widerspruch zur Deklaration über die Biologische Vielfalt, der Karlsruhe beigetreten ist.“

Unterzeichner der Pressemitteilung:

Arbeitskreis Nordtangente, BUND Regionalverband Mittlerer Oberrhein, Bürgeraktion Umweltschutz Zentrales Oberrheingebiet (BUZO), Bürgerverein Knielingen, Bürgerverein Neureut-Heide, Hardtwaldfreunde Karlsruhe, Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg AK Karlsruhe, NABU Karlsruhe, Pro Bahn Regionalverband Mittlerer Oberrhein, VCD Kreisverband Karlsruhe, VCD Rheinland-Pfalz




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