3. November 2014

BUND, ROBIN WOOD, urgewald und ARA: Umstieg des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) auf Recyclingpapier ist überfällig

Aufeinander gestapelte Altpapierbündel - Bild: Initiative Pro Recyclingpapier

Karlsruhe. Zum Beginn des Wintersemester 2014/15 erneuern der Regionalverband Mittlerer Oberrhein des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), ROBIN WOOD, urgewald und die Arbeitsgemeinschaft Regenwald (ARA) ihre Aufforderung an das Präsidium des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), den standardmäßigen Einsatz von Recyclingpapier zu beschließen und umzusetzen. Am KIT werde bislang nur ein ganz geringer Anteil an Recyclingpapier verwendet, so die Umweltverbände. Die Angaben hierzu schwankten zwischen 5% und 15%. Damit liege das KIT im Vergleich zu anderen Einrichtungen auf einem Abstiegsplatz und werde in keiner Weise dem selbst aufgestellten Leitbild gerecht, so die Einschätzung der Umweltinitiativen.

Eine Initiative am KIT, zu deren Unterstützern auch die Umweltschutzorganisationen BUND, Greenpeace, ROBIN WOOD, urgewald und ARA gehören, setzt sich seit nunmehr sieben Jahren dafür ein, dass am KIT standardmäßig Recyclingpapier verwendet wird. Da das KIT mit seinen rund 9500 Mitarbeitenden und ca. 24000 Studierenden als ein gewichtiger Papiergroßverbraucher im Karlsruher Raum anzusehen ist, wandten sich die genannten Organisationen bereits im Frühjahr 2012 in einem schriftlichen Appell mit der Bitte um Stellungnahme an alle Mitglieder des Präsidiums des KIT. Zum Start des Wintersemesters 2012/13 folgte eine weitere Aufforderung in Form einer Presseerklärung. Doch das Präsidium schweigt beharrlich. Bis heute liegen keine Antworten vor.

BUND, ROBIN WOOD, urgewald und ARA weisen darauf hin, dass zahlreiche Firmen und Institutionen, darunter beispielsweise Universitäten wie Konstanz und Münster, schon seit vielen Jahren nahezu vollständig auf die Verwendung von Frischfaserpapier verzichten. Gleichzeitig sei es völlig unumstritten und durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt, dass durch die Verwendung von Recyclingpapier massiv Ressourcen wie Energie, Wasser und vor allem Holzfrischfasern eingespart werden könnten. „Es ist nicht verständlich, warum das KIT bereits bei so einfach umzusetzenden Maßnahmen den konsequenten Einstieg in das Zeitalter der Ressourceneffizienz blockiert“, so Hartmut Weinrebe, BUND-Regionalgeschäftsführer. Schließlich beherberge Karlsruhe mit dem KIT die nach eigenen Angaben größte Forschungs- und Lehreinrichtung Europas, an der einer der sechs Kompetenzbereiche den Titel „Erde und Umwelt“ trägt.

„Durch den Einsatz von Recyclingpapier kann ganz einfach ein Beitrag zur Verminderung des Primärfaserverbrauchs geleistet werden und hilft damit dem weltweiten Raubbau an den Wäldern einzudämmen“, erläutert Angelika Krumm Projektkoordinatorin Papier bei ROBIN WOOD.

Die Umweltverbände fordern das Präsidium des KIT auf, aus umweltpolitischen, ökologischen und volkswirtschaftlichen Gründen endlich eine verbindliche Regelung zu finden, die den standardmäßigen Einsatz von mit dem Blauen Engel gekennzeichnetem Recyclingpapier gewährleistet. Es bestehe kein Grund, am derzeit praktizierten standardmäßigen Einsatz von Frischfaserpapier festzuhalten. Recyclingpapier sein in sehr guter Qualität verfügbar. Es werde nach der gleichen DIN geprüft wie Papier aus Primärfasern und stehe für besondere Zwecke mit einem genauso hohen Weißegrad wie Papier aus Primärfasern zur Verfügung.

„Es passt nicht zusammen, wenn das KIT Ingenieure und Wissenschaftler in der Umwelt- und Klimaforschung ausbildet, eine Karlsruher Schule der Nachhaltigkeit sowie eine Stabsfunktion ZUKUNFTSCAMPUS zum Thema Nachhaltigkeit betreibt und gleichzeitig leicht umzusetzende Vorschläge zur Verringerung der negativen Umweltauswirkungen ignoriert“, so Dr. Matthias Hettel von der Initiative zur Verwendung von Recyclingpapier am KIT. Man werbe mit Projekten im Umweltsektor in aller Welt und vermag es nicht, einen Zusammenhang zwischen lokalem Handeln und globalen Auswirkungen zu begreifen. Weiterhin würde durch die Umstellung endlich den vom Gesetzgeber im Bundes- und Landesabfallgesetz geforderten Maßnahmen zum Beschaffungswesen entsprochen.

BUND, ROBIN WOOD, urgewald und ARA sehen es mit einem konsistenten Leitbild innerhalb des KIT als unvereinbar an, auf die Anwendung einfacher Erkenntnisse aus dem vom KIT als Kompetenzbereich klassifizierten Umweltsektor zu verzichten. Das KIT zeige damit, dass es trotz dieses Forschungsschwerpunktes bislang nicht in der Lage ist, die Auswirkungen lokalen Handels im globalen Zusammenhang zu erkennen und zu bewerten. Damit fehle auch der im Kontext einer multidisziplinären Denkweise dringend zu fordernde Transport dieser Erkenntnisse in den Alltag von Mitarbeitern und Studierenden sowie in die Lehre.

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Pressekontakt:
Hartmut Weinrebe, BUND-Regionalgeschäftsführer
Waldhornstraße 25, 76131 Karlsruhe
Tel.: 0721 35 85 82, Fax: 0721 35 85 87
E-Mail: bund.mittlerer-oberrhein@bund.net
www.bund-mittlerer-oberrhein.de 




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