21. November 2016

BUND zur von der EnBW geplanten Stilllegung des Gas- und Dampfturbinenkraftwerks RDK 4S in Karlsruhe: Falsche Weichenstellung für Mensch und Umwelt

Kategorie: Energie
Das Gas- und Dampfkraftwerk RDK 4S der EnBW am Rhein in Karlsruhe - Foto: Hartmut Weinrebe

Das Gas- und Dampfkraftwerk RDK 4S der EnBW am Rhein in Karlsruhe - Foto: Hartmut Weinrebe

Karlsruhe. „Verkehrte Welt: Mit der angekündigten Stilllegung des Gas- und Dampfturbinenkraftwerks RDK 4S setzt die EnBW einmal mehr aufs falsche Pferd. Wer Klimaschutz ernst nimmt, muss Kohlekraftwerke abschalten, so Harry Block, Mitglied des Vorstands des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Landesverband Baden-Württemberg e.V. (BUND).

Einmal mehr ist es offenbar erforderlich, dass der BUND lange bekannte Fakten wiederholt: Gaskraftwerke sind – als Übergangstechnologie auf dem Weg zu einer Versorgung mit 100 Prozent Erneuerbaren – unter den mit fossilen Brennstoffen betriebenen Kraftwerkstypen der flexibelste, umweltschonendste und effizienteste. „Gaskraftwerke haben einen höheren Wirkungsgrad als Kohlekraftwerke. Durch ihre extrem kurzen Startzeiten können Gaskraftwerke schnell große elektrische Leistungen bereitstellen, wenn diese kurzfristig benötigt werden. Das von der EnBW zur Stilllegung vorgesehene Gaskraftwerk RDK 4S ist deshalb sehr gut geeignet, die Einspeisung fluktuierender Erneuerbarer Energien wie Wind und Sonne zu ergänzen“, erläutert Harry Block.

Ebenso wichtige Vorteile von Gaskraftwerken sind die wesentlich geringeren Emissionen von Klimagasen und Schadstoffen. Gas- und Dampfkraftwerke stoßen bei gleicher Leistung nur rund die Hälfte des Klimakillers Kohlendioxid in die Atmosphäre und deutlich weniger Stickoxide. „RDK 4S emittiert keinerlei schädliche, lungengängige Feinststäube, die für die Gesundheit der Menschen im Umfeld aller Kohlekraftwerksstandorte eine Gefahr darstellen“, so Block.
Der BUND fordert deshalb die EnBW auf, von der Stilllegung des Gas- und Dampfturbinenkraftwerks RKD 4S Abstand zu nehmen und stattdessen, den alten Steinkohleblock RDK 7 außer Dienst zu stellen. „Jetzt sind der Aufsichtsrat und die Stadtwerke Karlsruhe als Anteilseigner gefragt, die Weichen richtig zu stellen: Die Gremienmitglieder können noch verhindern, dass die EnBW ein sauberes und flexibles Gas- und Dampfturbinenkraftwerk stilllegt. Statt den Kraftwerksblock RDK 4S still zu legen, sollte die EnBW diesen ins Fernwärmenetz der Stadtwerke Karlsruhe einbinden.“




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