7. Dezember 2012

Chance für naturnahe Auen verschenkt - NABU, BUND und LNV zu Hochwasserschutzmaßnahme Bellenkopf/Rappenwört

Kategorie: Naturschutz

Stuttgart. „Die Landesregierung hat die große Chance für eine naturnahe Auenentwicklung in Baden-Württemberg verschenkt“, sagten die baden-württembergischen Umweltverbände BUND, Landesnaturschutzverband (LNV) und NABU anlässlich der Ankündigung von Umweltminister Franz Untersteller, bei der geplanten Hochwasserschutzmaßnahme Bellenkopf/Rappenwört an der technischen Lösung festzuhalten und nicht den Weg für eine Deichrückverlegung frei zu machen.

Die Reaktivierung der früheren Rheinaue vor den Toren Karlsruhes ist eine zentrale Hochwasserschutzmaßnahme des in den vergangenen Jahrzehnten schleppend umgesetzten Integrierten Rheinprogramms (IRP). Das IRP lässt offen, ob technische Variante (gesteuerter Polder) oder ökologische Hochwasserschutzmaßnahmen (Deichrückverlegung) verwirklicht werden. „Sowohl mit der technischen Variante als auch mit der ökologisch sinnvollen Deichrückverlegung können die Hochwasserschutzziele des IRP erfüllt werden“, betonen die Verbandsspitzen Brigitte Dahlbender (BUND), Reiner Ehret (LNV) und Andre Baumann (NABU). Während die Vorgängerregierung die technische Variante favorisiert hatte, formuliert der grün-rote Koalitionsvertrag den Vorrang ökologischer Hochwasserschutzvarianten. Die Umweltverbände fordern seit vielen Jahren, dass in Bellenkopf/Rappenwört der Damm zurückverlegt und auf einen gesteuerten Hochwasserpolder verzichtet wird.

In einer natürlichen Aue fließt das Wasser rasch und ist reich an Sauerstoff, während das Wasser in einem Polder nur sehr langsam fließt. Der Sauerstoffgehalt des Rheinwassers entscheidet insbesondere bei den Eichen in der Hartholzaue, ob sie die Flutung überleben.

„Naturnahe Auen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen und tragen damit entscheidend zur Erhaltung der Biodiversität bei“, so BUND, NABU und LNV, „Auenwälder sind europarechtlich geschützt, die Landesregierung muss daher für ihren Schutz Sorge tragen.“




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