19. Juli 2018

Daimler-Werk Rastatt – Werkserweiterung in Grenzen: BUND, LNV und NABU sehen deutliche Reduzierung der negativen Wirkungen für Umwelt und Natur

Kategorie: Naturschutz, Verkehr

Blick ins LSG (Landschaftsschutzgebiet) Rastatter Bruch südlich des Mercedes-Werks Rastatt - Foto: BUND

Rastatt. BUND, LNV und NABU bewerten die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie „Zukunftsgerichtete Entwicklung des Mercedes-Benz Werkes Rastatt“ als Kompromiss, der auch für Umwelt und Natur eine tragfähige Lösung in Aussicht stellt. Die Studie beinhaltet eine deutliche Beschränkung des Flächenverbrauchs gegenüber der ursprünglich von Daimler favorisierten Erweiterung, den Verzicht auf den Bau einer Straßenanbindung durch das Rastatter Bruch sowie Maßnahmen für die Reduzierung des Auto- und Lkw-Verkehrs.

Der aktuelle Stand des Entwurfs der Machbarkeitsstudie, die am 19. Juli in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung vorgestellt wird, ist das Ergebnis eines Dialogprozesses unter Beteiligung von Stadt Rastatt, Daimler, Behörden, Kommunen und Nutzern. BUND, LNV und NABU hatten sich intensiv für die Reduzierung der negativen Umweltauswirkungen der Werksentwicklung eingesetzt. „Wir begrüßen, dass unsere Argumente für die Vermeidung der Neuversiegelung von Flächen im Rastatter Bruch Gehör gefunden haben und eine Reduzierung von 30 auf zirka zwölf Hektar von allen Beteiligten akzeptiert wurde,“ erklärt Gunter Kaufmann für den Landesnaturschutzverband anlässlich der Vorstellung von Ergebnissen aus der Machbarkeitsstudie. Damit stehen rund 60 Prozent dieser „Südfläche“ für ein neues Naturschutzgebiet zur Verfügung. „Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass weiterhin ein Eingriff in das bestehende Landschaftsschutzgebiet südlich der Ottersdorfer Straße geplant ist", ergänzt BUND-Regionalgeschäftsführer Hartmut Weinrebe.

„Der Verzicht auf die ursprünglich angedachte Werksanbindung mit einer Straße durch das „Rastatter Bruch“ war für alle drei Verbände von Anfang an eine unumstößliche Bedingung für unsere Akzeptanz", betont Martin Klatt, Geschäftsführer des NABU Kreisverbands Rastatt. Sie ist nun ein wesentlicher Bestandteil für die mit der Stadt und Daimler abgestimmte Vorgehensweise.
Positiv werden auch die von Daimler vorgelegten Maßnahmen und Ziele für die Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene sowie für Verbesserungen beim Fahrradverkehr, bei öffentlichen Verkehrsmitteln und Mitfahrgelegenheiten gewertet.

Da der Großteil der seinerzeit für eine Werkserweiterung planerisch ausgewiesenen Fläche im Südosten nicht mehr von den laufenden Planungen betroffen ist, wird hier wieder ein regionaler Grünzug entstehen. Flächennutzungsplan und Regionalplan werden entsprechend korrigiert.

Verbunden mit Planungen für die Werkserweiterung ist die Zusage von Daimler, ein umfangreiches Maßnahmenpaket zu finanzieren, das auch eine positive Entwicklung der ökologischen Situation des Raums Rastatt fördert. Dieses Maßnahmenkonzept muss auf Basis bestehender Vorschläge noch detailliert erarbeitet werden. Hierzu werden weitere Gespräche zwischen Planern, Behörden und Naturschutzverbänden geführt werden. „Es ist unerlässlich, dass es für das Maßnahmenkonzept eine rechtlich verbindliche Garantie gibt. Diese sichert nicht zuletzt die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen und bietet damit Verlässlichkeit für die Umsetzung“, betonen Kaufmann, Klatt und Weinrebe. „Was hier in vielen Sitzungen und Gesprächen erarbeitet wurde, ist nun von A bis Z umzusetzen“, betonen die Naturschutzverbände.
Auf dieser Basis erklären sich die Naturschutzverbände bereit, an den kommenden Verfahren konstruktiv mitzuarbeiten, um die vollständige Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen voranzubringen.




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