Teppiche und Teppichböden

Bei Teppichen haben wir es besonders mit sozialen Fragen zu tun. Diese Produkte der globalisierten Wirtschaft werden immer noch häufig unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt. In Südasien müssen Kinder in den Teppichfabriken arbeiten. Für einen langen Arbeitstag wird nur wenig Lohn gezahlt. Viele Kinder sind für Wochen von ihren Familien getrennt und können keine Schule besuchen. Zum Schutz der Kinder haben Initiativen in ihren Heimatländern und bei uns gemeinsam Kennzeichnungen eingeführt. Inzwischen geht es immer mehr darum, die Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten in der Teppichindustrie zu verbessern.

Die internationale RUGMARK-Initiative gegen illegale Kinderarbeit in der Teppichproduktion befindet sich in Deutschland unter dem Dach von TRANSFAIR, dem Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der "Dritten Welt". Das Gütesiegel garantiert:
- keine Beschäftigung von Kindern unter 14 Jahren, außer in traditionellen Familienbetrieben, in denen Söhne, Töchter und Geschwister mitarbeiten dürfen, wenn der regelmäßige Schulbesuch nachgewiesen wird;
- die gesetzlichen Mindestlöhne für die Beschäftigten;
- Abgaben der Importfirmen finanzieren Sozialprogramme für Kinder aus Knüpferfamilien und für Ältere, die als Kinder gearbeitet haben.
Es gibt ein Kontrollsystem. Über die ökologische Qualität der Teppiche kann das Zeichen keine sicheren Aussagen machen.
www.rugmark.de
www.label-online.de
(außerhalb unserer Seiten)

Die Stiftung STEP setzt sich mit ihrem Siegel für den fairen Handel mit Teppichen ein. Die Unternehmen müssen sich zu gerechten Arbeitsbedingungen mit Mindestlöhnen verpflichten und missbräuchliche Arbeit von Kindern ausschließen. Umweltverträgliche Herstellungsverfahren werden gefördert. Lizenzabgaben der Firmen finanzieren die Kontrolle und Entwicklungsprojekte.
www.label-step.org
(außerhalb unserer Seiten)

Das CARE & FAIR-Zeichen wird vom europäischen Teppichhandel an Geschäfte vergeben, wenn ein Prozent vom Importwert jedes gekennzeichneten Teppichs in einen Fonds eingezahlt wird, der Projekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern in Indien, Nepal und Pakistan finanziert, zum Beispiel Schulen. Der Verzicht auf illegale Kinderarbeit ist vorgeschrieben, wird aber nicht garantiert. Beschäftigte müssen den gesetzlichen Mindestlohn und medizinische Grundversorgung erhalten. Es gibt keine unabhängigen Kontrollen, und es handelt sich nicht um ein Umweltzeichen.
www.care-fair.org
(außerhalb unserer Seiten)

Ökologisch gesehen, das heißt auch im Hinblick auf die Wohngesundheit und das angenehme Raumklima, sind Teppiche und Teppichböden aus natürlichen Materialien zu empfehlen: Baumwolle, Leinen, Jute, Sisal, Kokos. Die Fasern sollten wie bei Textilien allgemein in der Öko-Landwirtschaft erzeugt und nicht mit Zusatzstoffen z.B. für Konservierung oder Flammschutz ausgerüstet (veredelt) sein. Auch die Rückseite sollte nicht aus Kunststoff bestehen. In der Regel laden sich Naturgewebe nicht unangenehm elektrostatisch auf. Vorsicht bei Schurwolle: die gängigen Motten- und Käferschutzmittel sind riskante Schadstoffe, zum Beispiel wird Permethrin eingesetzt, das im Verdacht steht, das Nervensystem zu schädigen. Woll-Teppiche ohne diese Mittel sollten für ihre Haltbarkeit öfter gesaugt oder ausgeklopft und gelüftet werden.

Wenn der Bodenbelag verklebt werden soll, sind Kleber aus Naturlatex die Alternative zu konventionellen Klebern, die mit ihren Lösemitteln oder Weichmachern die Raumluft belasten. Teppichböden mit textilem Rücken können auch auf Nagelleisten an den Fußbodenrändern eingehakt und verspannt werden; bei einem Umzug wird der Teppichboden dann einfach ausgehängt und mitgenommen.

Das Umwelt-Qualitätszeichen natureplus garantiert bei textilen Bodenbelägen:
- mindestens zu 95 Prozent nachwachsende Rohstoffe;
- in der Regel keine synthetischen Pflanzenschutzmittel beim Anbau der Rohstoffe;
- Verklebung der Schichten nur mit Naturlatex;
- keine bedenklichen Stoffe wie synthetische Flammschutzmittel, Mottenschutzmittel und antimikrobielle Ausrüstungen.
www.natureplus.de
(außerhalb unserer Seiten)

Das rote Teppich-Siegel (Certificate of Quality) ist ein Qualitätszeichen der Europäischen Teppich-Gemeinschaft e.V. für Teppichböden. Es gibt Auskunft über Eigenschaften und Rohstoffgehalt. Für das Zeichen, das ein ähnliches deutsches ersetzt, ist ein aktuelles Umweltzeichen Bedingung, wie das GuT-Zeichen der Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppich e.V.

Das GuT-Zeichen bedeutet:
- umweltfreundlich produziert und auf Schadstoffe überprüft;
- dagegen werden die umweltschädlichen Kunststoffe PVC und Polyurethan nicht ausgeschlossen, und bei Wollteppichen werden bedenkliche Mottenschutzmittel sogar verlangt;
- unabhängige Kontrolle.
www.teppich-siegel.de
www.gut-ev.de
www.label-online.de
(außerhalb unserer Seiten)

Adressen für ökologische Teppiche
Adressen für ökologische Teppichböden



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  • Foto: eyewire, Fotalia.com
  • Foto: Swetlana Wall, Foalia.com

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