Erdölförderung am Oberrhein: Erkundung, Probebohrungen und wirtschaftliche Ausbeutung

Pferdekopfpumpe bei Landau - Bild: commons.wikimedia.org/wiki/User:Bodoklecksel

Die Übersichtstabelle "Kohlenwasserstoff-Erkundung in Baden-Württemberg" weist derzeit (Stand 23.12.2015) fünf Projekte in der Region Mittlerer Oberrhein aus.

Die vom Referat 97 (Landesbergdirektion) des Regierungspräsidiums Freiburg erteilten Aufsuchungsbewiligungen sind online einsehbar in der so genannten Berechtsamskarte.

Aufsuchungsbewiligungen besitzen derzeit im Feld "Karlsruhe-Leopoldshafen" die GDF SUEZ E&P DEUTSCHLAND GMBH, im Feld "Graben-Neudorf" die Rhein Petroleum GmbH.

Viele Gebiete in Bereich dieser Aufsuchungsgebiete sind derzeit als Wasserschutzgebiete ausgewiesen. Die Grundwasserleiter des Oberrheingrabens stellen das Trinkwasser für viele Hunderttausend Menschen bereit. Der BUND hält es deshalb für geboten, den Schutz dieser Ressource in den Vordergrund zu stellen.

Da in bergrechtlichen Verfahren zurzeit Öffentlichkeitsbeteiligung, die Berücksichtigung von Umweltbelangen sowie der Zugang zu einer gerichtlichen Kontrolle über den Klageweg nur unzureichend verankert sind, sieht der BUND die Konzessionsnehmer in der Pflicht, schon vor einer überfälligen Überarbeitung des Bergrechts freiwillig und aktiv Umweltschutz und Öffentlichkeitsbeteiligung umfassend zu gewährleisten.

Die Behörden - so die Forderung des BUND - haben im Zweifelsfall den Schutz der lebensnotwendigen Ressource Trinkwasser über private Gewinninteressen zu stellen. Verfahren müssen ergebnisoffen geführt werden.

"Erdölförderung am Oberrhein - Umweltschutz, Umweltrecht und Öffentlichkeitsbeteiligung" - Vortrag bei Infoveranstaltung der Grünen am 19.07.2012 in Linkenheim-Hochstetten.

Erkundungsbohrung "Hofwiese 1" bei Graben-Neudorf

Ende 2015 hat die die Rhein Petroleum GmbH einen Hauptbetriebsplan für die Erkundungsbohrung "Hofwiese 1" beim Landesbergamt eingereicht. Der vorgesehene Bohrplatz liegt im Kammerforst nahe der B 36. Der BUND erhielt im Rahmen der Behördenbeteiligung die Antragsunterlagen zur Einsicht und Gelegenheit zur Stellungnahme.

Erkundungsbohrung in Eggenstein-Leopoldshafen

Nach der Erkundung der Region Karlsruhe mittels der so genannten "3D Seismik" im Winter 2011/2012, bei der der BUND als anerkannter Naturschutzverband aufgrund der auch in Naturschutzgebieten durchgeführten Messungen gehört wurde, liefen im Sommer 2012 die Vorbereitungen für Probebohrungen. Am 20.07.2012 beschäftigte sich beispielsweise der Gemeinderat von Linkenheim-Hochstetten mit dem Antrag der Gaz de France Suez Deutschland GmbH auf Probebohrungen im Hochgestade zwischen Linkenheim und Leopoldshafen. Das Protokoll der Sitzung ist online verfügbar. Im September 2012 wurden dann Probebohrungen für 2013 im Gebiet "Schröcker Tor" in Leopoldshafen angekündigt.

Die dann durchgeführte Bohrung "Leopoldshafen 20" wurde allerdings als
nicht fündig bewertet und ist inzwischen wieder vollständig
verfüllt. Der Bohrplatz an der B 36 bei der Ausfahrt zum KIT Campus Nord ist zurückgebaut.

Geplante Erkundungsbohrung bei Ubstadt-Weiher

Am 2.7.2013 stellte die Firma Rhein Petroleum im Ausschuss für Umwelt und Technik (AuT) der Gemeinde Ubstadt-Weiher ihre Pläne für das Niederbringen einer Bohrung vor. Hierüber gibt es einen Bericht auf den Seiten der Gemeinde. Der BUND Regionalverband Mittlerer Oberrhein hat inzwischen Kontakt zu Rhein Petroleum aufgenommen, um sich bereits frühzeitig für die Belange des Umwelt und Naturschutzes einbringen zu können. Ein erstes Gespräch - gemeinsam mit Vertreterinnen der lokalen Naturschutzgruppe Alternative Ecke Ubstadt-Weiher - hat stattgefunden.

Erdölförderung im Ausland

Mit der Frage "Yasuní-ITT in Ecuador – Ölförderung oder Erhalt des Naturerbes?" setzte sich ein Vortrag von Dr. Holger Fischer (Universität Hohenheim) am 18. Juni 2012 auseinander.



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