Baden-Württemberg braucht einen Nationalpark!

Resolution der Landesdelegiertenversammlung des BUND Baden-Württemberg beschlossen am 22. April 2012.

Der Nationalpark Schwarzwald: Stark für Natur und Artenvielfalt

Der Anteil an Wäldern, die sich selbst überlassen bleiben, ist mit 0,7 % der Waldfläche Baden-Württembergs viel zu gering. Es ist nachgewiesen, dass in dauerhaft unbewirtschafteten Wäldern eine größere Artenvielfalt herrscht als in Wirtschaftswäldern, weil nur dort der wichtige Lebensraum Alt- und Totholz in ausreichendem Umfang vorkommt. Der BUND fordert wie die Bundesregierung in ihrer "Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt" 5 % Anteil Bannwälder an der Waldfläche, damit die Vielfalt der Pflanzen, Pilze und Tiere erhalten werden kann und seltene Arten nicht aussterben. Ein Nationalpark im Nordschwarzwald mit 7.500 Hektar Kernzone würde den Bannwaldanteil auf 1,2 % der Landeswaldfläche erhöhen und damit einen wichtigen Beitrag für mehr Artenvielfalt in Baden-Württemberg leisten.

Der Nationalpark Schwarzwald: Stark für Wirtschaft und Tourismus

Auch für das Selbstverständnis und die Entwicklung der Region Nordschwarzwald bietet der Nationalpark enorme Chancen: Das wichtigste Alleinstellungsmerkmal, die unverwechselbare Mittelgebirgslandschaft mit ihren ausgedehnten Waldbeständen, Grinden und Karseen wird mit der international anerkannten Schutzkategorie Nationalpark eine Aufwertung erfahren. Dies wird sich in der Tou-rismusentwicklung bemerkbar machen und zur Stärkung der Marke Schwarzwald führen. Ein Nationalpark im Nordschwarzwald käme der Region, der regionalen Wirtschaft und dem bestehenden Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord zugute. Der Nationalpark kann zum wichtigen Faktor für die Stärkung einer nachhaltigen Wirtschaft und Wertschöpfung in der Region werden.

Der Nationalpark Schwarzwald: Stark für Erholung und Bildung

In unserer von Technik und Schnelllebigkeit geprägten Gesellschaft bietet unberührte Natur die beste Erholung. Wo die Natur Natur sein kann, kann der Mensch Mensch sein. Die Menschen können sich auf Wanderwegen, Mountainbiketrails oder Langlaufloipen durch die eindrucksvolle Natur und Landschaft bewegen. Zudem bietet der Nationalpark die Möglichkeit die Dynamik und Gesetzmäßigkeiten ungestörter Abläufe in der Natur neu und unmittelbar zu erleben und zu verstehen. Naturerlebnis und Umweltbildung sollen einen wichtigen Platz im Nationalpark einnehmen.

BUND für den Nationalpark Schwarzwald

Der BUND Landesverband Baden-Württemberg e. V. setzt sich auf allen Ebenen für den Nationalpark Schwarzwald ein und vertritt dabei folgende Positionen:

Die richtige Region: Der Nordschwarzwald ist der richtige Suchraum für einen baden-württembergischen Nationalpark: Nur hier gibt es genügend große verkehrsarme unzerschnittene Räume und ausreichend großen öffentlichen Waldbesitz, welcher zu einem Großteil aus na-turschutzfachlich bedeutsamen Flächen besteht.

Nationalpark für alle: Die intensive Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort und ihrer Fragen in das Nationalpark-Gutachten durch die Landesregierung sind richtig und wichtig. So wichtig die Unterstützung des Nationalparks durch die Bewohnerinnen und Bewohner des Nordschwarzwaldes, insbesondere der potenziellen Nationalparkgemeinden ist: Der Nationalpark ist nicht nur eine Sache der Region, sondern eine Sache des ganzen Landes Baden-Württemberg mit Strahlkraft weit über die baden-württembergischen Grenzen hinaus.

Argumente und Fakten zählen: Die Diskussion über mögliche Vor- und Nachteile des National-parks ist richtig und wichtig. Der BUND ruft alle Beteiligten auf, in der Diskussion sachlich, besonnen und fair zu bleiben. Das Handwerk und die mittelständische Wirtschaft in der Region, insbesondere die holzverarbeitenden Unternehmen haben einen Anspruch auf Klarheit über das regionale Holzaufkommen und andere Konsequenzen aus der Schutzgebietsausweisung. Auch diesem Anliegen dient das Gutachten der Landesregierung. Soweit Einbußen durch die Nationalparkausweisung für die regionale mittelständische Wirtschaft absehbar und belegbar sind, fordert der BUND die Landesregierung auf, nach Lösungen zu suchen. Der BUND wendet sich jedoch gleichermaßen entschieden gegen eine sachfremde Instrumentalisierung der Nationalparkdebatte für partei- oder wirtschaftspolitische Anliegen.

Ja zum Entwicklungsnationalpark: Der BUND unterstützt das Instrument des Entwicklungsnationalparks, der die Möglichkeit des Waldumbaus in den künftigen Kernzonen in Richtung einer naturnäheren Baumartenzusammensetzung innerhalb von 20 bis 30 Jahren nach Ausweisung bietet. Dies dient auch dem Borkenkäfermanagement und der Umsetzung des Aktionsplans Auerhuhn. Wichtig ist dabei, dass die zukünftigen Maßnahmen im neuen Nationalpark nicht aus (forst-)wirtschaftlichem Interesse, sondern auf der Grundlage naturschutzfachlicher Überlegungen durchgeführt werden. Keine Abstriche dürfen an dem fachlichen Qualitätskriterium einer Flächengröße von mindestens 10.000 Hektar gemacht werden.

Neues Geld für eine neue Aufgabe: Der BUND fordert von der Landesregierung, dass ein künftiger Nationalpark mit einer attraktiven Infrastruktur für naturverträglichen Tourismus einerseits und die Naturwaldforschung andererseits ausgestattet wird. Gut ausgebildete Nationalparkführerinnen und -führer, Informationszentren mit attraktiven Ausstellungen, besondere Naturerlebnisangebote und Wege für alle, die sich leise durch die Landschaft bewegen beim Wandern, Reiten, Fahrradfahren, Lang- oder Schneeschuhlaufen dienen der naturnahen Erholung und der Umweltbildung. Die Kosten des Nationalparks - immerhin mehrere Millionen pro Jahr insbesondere für Nationalpark-Arbeitsplätze - dürfen nicht zu Lasten anderer Naturschutzaufgaben des Landes aufgebracht werden



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