Rhein, Flüsse, Bäche, Seen und Grundwasser

Moosalb bei Fischweier, Foto: Hartmut Weinrebe

Der größte Teil der Erdoberfläche (71 Prozent) ist von Wasser bedeckt. Dem Philosophen Thales von Milet nach zu urteilen ist es der Urstoff allen Seins. Als Trinkwasser ist es für den Menschen lebensnotwendig.

Natürliche Auen weisen besonders hohe Artenvielfalt auf

Bäche und Flüsse sind die dynamischen Lebensadern der baden-württembergischen Landschaft. Als besonders reichhaltig mit Tier- und Pflanzenarten ausgestattete Lebensräume sind Auen die Biodiversitäts-Hotspots Mitteleuropas. Zudem gewährleisten sie einen ökologischen Hochwasserschutz in dem sie Hochwasser aufnehmen und den Abfluss bremsen.

Wichtige Impulse für den Naturschutz in den Auen werden durch von der EU geförderte Projekte gesetzt. So engagiert sich im LIFE+-Projekt "Rheinauen bei Rastatt" der BUND Südhardt als Projektpartner. Im abgeschlossenen LIFE-Projekt "Lebendige Rheinauen bei Karlsruhe" war der BUND Rheinstetten aktiv beteiligt.

Der BUND Regionalverband Mittlerer Oberrhein engagiert sich umfassend vor Ort und mit Stellungnahmen für lebendige Gewässer und gegen die Zerstörung der Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen. Besonderer Augenmerk gilt den letzten Resten artenreicher Auwälder, die beispielsweise durch das Projekt "Wasserwerk Kastenwört" der Stadtwerke Karlsruhe bedroht sind. Dieses Vorhaben stellte einen verheerenden Eingriff dar, der durch keine Bedarfsprognose zur rechtfertigen ist (Stellungnahme vom 15.01.2012).

Integriertes Rheinprogramm IRP und Wasserrahmenrichtlinie WRRL

Die Gewährleistung von Hochwasser- und Naturschutz-Zielen ist Inhalt des Integrierten Rheinprogramms. Gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie muss ein guter ökologischer Zustand aller Wasserkörper - dazu gehören Flüsse, Bäche, Seen und Grundwasser - bis zum Jahr 2015 erreicht sein. Schon jetzt ist allerdings die Beantragung von Fristverlängerungen durch die Landesregierung angekündigt. Aktuell läuft das Planfeststellungsverfahren für den Retentionsraum Bellenkopf/Rappenwört - der BUND setzt sich gemeinsam mit weiteren Naturschutzorganisationen dafür ein, dass diese einzigartige Chance genutzt wird, einen Beitrag zur Revitalisierung der Auen zu leisten und zugleich den notwendigen Hochwasserschutz herzustellen.

Flächenfraß durch Kiesabbau in der Rheinaue

Mit einer Stellungnahme hat der BUND gemeinsam mit weiteren Naturschutzverbänden deutlich gemacht, dass die im Entwurf des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein für die Fortschreibung des Regionalplans vorgesehenen Flächen für den Kiesabbau einen gewaltigen und nicht dem Bedarf angepassten Flächenfraß bedeuteten.

Die regionalplanerische Absicht, Flächen für den Rohstoffabbau den geschützten NATURA 2000-Gebieten zu überlagern, wird vom BUND strikt abgelehnt.

Besonders stark engagieren sich Aktive des BUND Südhardt gegen die Planungen bei Illingen.

Ein aktueller Wärmelastplan für den Rhein ist nötig

Weiterhin bedroht die drastische Rheinerwärmung die Wanderfischarten. Noch vor 50 Jahren stieg die Rheintemperatur bei Mannheim auch im Hochsommer nur ganz selten über 25°C. Heute erreicht sie 28°C und mehr und liegt damit bereits drei Grad über dem natürlichen Niveau. Eine Studie des BUND hat ergeben, dass zwei Grad der Temperaturerhöhung aus der Ableitung der Abwärme von Kraftwerken wie z.B. dem Atomkraftwerk Philippsburg und den Kohlekraftwerken in Karlsruhe und Mannheim resultieren. Zwei weitere Kohlekraftwerke - RDK8 in Karlsruhe und Blöck 9 in Mannheim - sind derweil im Bau.



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