Naturnahe Auen für den Hochwasserschutz am Rhein

„Die bislang vorhandenen Hochwasserpolder am Oberrhein und die Deiche unterhalb von Iffezheim haben eine zu geringe Kapazität. Bei einem Hochwasser wie in der Elbe im Sommer 2002 würde es entlang des Rheins zu Deichbrüchen mit enormen Schäden kommen“, warnt BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender.

Dass sich die Gefahr von schwerwiegenden Hochwasserschäden am Rhein erheblich erhöht hat, liege zu einem großen Teil daran, dass während der letzten 200 Jahre über 90 Prozent der Auen entlang des Rheins beseitigt worden sind. „Vor der Rheinbegradigung und dem Staustufenbau am Oberrhein konnten sich die Hochwasserwellen kilometerweit breit machen. Heute bedroht der in enge Deiche gezwängte Fluss Städte wie Karlsruhe und Mannheim“, erläuterte Brigitte Dahlbender. Damit der Rhein nicht unkontrollierbar Städte und Dörfer flutet, müssten durch Deichrückverlegungen wieder natürliche Flutungsareale angelegt werden. Zudem muss, wie seit langem vereinbart, endlich konsequent das Integrierte Rheinprogramm umgesetzt werden.

In ihrer gemeinsamen Studie fordern die Umweltverbände BUND und Alsace Nature entsprechende Maßnahmen von den zuständigen Behörden der Rheinanlieger. „10.000 Hektar neu angelegte Auen könnten zu einem deutlich verbesserten Hochwasserschutz führen und wären zudem ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt der Biodiversität entlang des Rheins“, sagte Brigitte Dahlbender, „leider hat sich in den vergangenen 6 Jahren nicht viel bewegt. Die Internationale Rheinschutzkommission (IKSR) tritt auf der Stelle.“ Dabei stünden die Flächen, die in den 1990er Jahren für die Revitalisierung des Rheins vorgesehen waren, auch heute noch zur Verfügung.

BUND und Alsace Nature fordern deshalb in ihrer Studie, dass den Sonntagsbekenntnissen der Politik sowie den bestehenden gesetzlichen Vorgaben auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene endlich Taten folgen – zum Nutzen der hochwasserbedrohten Menschen ebenso wie zur Entwicklung der Artenvielfalt am Rhein. Die Zeit drängt: „Angesichts des Klimawandels lässt sich nicht ausschließen, dass sich auch am Rhein ein großes Hochwasser mit katastrophalen Folgen ereignet“, so Brigitte Dahlbender, „mit einem verantwortungsvollen Vorgehen und der konsequenten Umsetzung der Renaturierung kann hier entgegengesteuert werden.“

16. März 2012

Die Studie zur Auenrevitaisierung am Rhein zum Download

BUND-Auenrevitalisierung-120209-WEB-A4.pdf

Kurzfassung der Studie von BUND und Alsace Nature

auenrevitalisierung_und_hochwasserschutz_am_rhein.pdf

Langfassung der Studie von BUND und Alsace Nature



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