BUND Ettlingen: Wildes Stadtgrün für Schmetterlinge

Schachbrettfalter; Bild: BUND Ettlingen.

1988 legte der BUND Ortsverband Ettlingen für die Landesgartenschau einen Naturgarten am Rande des Horbach-Parks an. Anfangs noch gehegt und gepflegt, wurde der Garten schließlich aus Zeitmangel, bis auf eine einfache Mahd im Herbst, sich selbst überlassen. So entstand eine blühende Wildnis – ein Naturparadies für Schmetterlinge. Doch die „ungepflegte“ Wildnis stieß nicht bei allen auf große Gegenliebe. Überlegungen entstanden, diese und andere ungepflegte Stellen im Park zu beseitigen. Die Naturschützer des BUND-Ortsverbands Ettlingen starteten daraufhin eine Kampagne zugunsten der Schmetterlinge. Sie klärten über die Bedeutung von Wildkräutern und wilden Grünflächen für die bedrohten Falter auf – mit Erfolg.

Ein Paradies für Schmetterlinge

Schmetterlingsgarten im Horbach-Park. Bild: BUND Ettlingen.

Das wilde, naturnahe Areal durfte bestehen bleiben. 2006 wurde es neu hergerichtet und mit einer Tafel versehen, die über die Bedürfnisse von Bienen und Schmetterlingen aufklärt.  Unterstützung erhielten die BUND-Aktiven von der benachbarten Anne-Frank-Schule. Schüler legten im Schmetterlingsgarten Wildkräuterbeete an. Lehrer nutzen die Wildblumenwiese für Anschauungsunterricht. Diese bietet den Schmetterlingen und Schmetterlingsraupen nicht nur reichlich Nahrung, sondern auch beständigen Lebensraum und Versteckmöglichkeiten. Auf häufig gemähten Wiesen werden mit der Mahd Eier, Raupen und Puppen der Falter zerstört – und damit die nächste Schmetterlingsgeneration vernichtet.

Städtisches Engagement für bedrohte Falter

Blühstreifen in Ettlingen; Bild: BUND Ettlingen.

Auch die Stadt Ettlingen setzt sich für den Erhalt bzw. die Schaffung von naturnahen Wiesen und das Überleben der Schmetterlinge ein. Auf Betreiben des BUND unterzeichnete der Ettlinger Stadtrat 2010 die Deklaration deutscher Städte für Biologische Vielfalt in Kommunen. In der Stadt wurden üppige Wildblumenstreifen geschaffen und das Pflegekonzept verändert. Die Flächen werden nun naturnah gepflegt und selten gemäht. Darüber hinaus verzichtet Ettlingen auf den Einsatz von Pestiziden und weitgehend auf Düngung. Dass das Konzept aufgeht, zeigt sich beim Tagfalter-Monitoring von Rainer Quellmalz: Die bunten Falter sind wieder häufiger in Ettlingen anzutreffen, darunter seltene Schönheiten wie der große Feuerfalter.

Firmengelände als Schmetterlingshabitat

Schmetterlingswiese vor der Firma Funk Inform; Bild: BUND Ettlingen

Auch Firmen in der Region beteiligen sich am Schmetterlingsschutz. Für das Außengelände der Firma Funk Inform entwickelte der Ortsverband ein Konzept für die Anlage und Pflege von Wildblumenwiesen. Auch hier wird bei der Pflege der Wiese darauf geachtet, spät im Herbst zu mähen. So können Falter, deren Raupen sich in der kalten Jahreszeit in Bodennähe verstecken, die Mahd überleben. Über die Jahre haben sich die Wiesen zu einem artenreichen Refugium für Schmetterlinge entwickelt, in dem die bunten Gaukler leben und sich vermehren können.

Werbung in Sachen Schmetterlinge

Kinder mit selbstgebastelten Schmetterlingen. Bild: BUND Ettlingen

Für die bedrohten Falter begeistern sich viele in Ettlingen – dank guter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des BUND Ortsverbands. Die BUND-Aktiven rufen z.B. dazu auf, beim „Abenteuer Faltertage“ mitzumachen und bieten Führungen durch den BUND Garten und durch schmetterlingsfreundliche Hausgärten. Daneben hatte Ettlingen die BUND-Schmetterlingsausstellung zu Gast und organisierte z.B. einen Lichtbildervortrag mit dem BUND Schmetterlingsguide Peter Schullerer. Bunte Spiel- und Bastelaktionen, die Kinder auf die schützenswerten Falter aufmerksam machen, runden die Schmetterlingsaktivitäten des Ortsverbands ab.

 



Natur und Umwelt brauchen Unterstützung

  • Foto: eyewire, Fotalia.com
  • Foto: Swetlana Wall, Foalia.com

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