PFAS-Trinkwassertest - Entnahme einer Probe in Rastatt
(BUND Mittlerer Oberrhein)
Durchgeführt wurde die Untersuchung von BUND Aktiven. Die Proben wurden aus Haushalten im gesamten Bundesgebiet entnommen und in einem akkreditieren Labor auf 58 unterschiedliche per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) untersucht. Die örtlichen und zeitlichen Stichproben und bilden je nach Wassernetz nicht die Situation in der gesamten Stadt ab.
Nicht regulierte PFAS am häufigsten
Am häufigsten und in den höchsten Konzentrationen wurden nicht regulierte PFAS im Trinkwasser gefunden: Trifluoracetat (TFA), Perfluorbutansäure (PFBA) und Perfluorpropansäure (PFPrA). Sie werden teils als Ersatzstoffe für regulierte PFAS eingesetzt. PFPrA läuft bisher komplett unter dem Radar der Behörden und ist auch nicht in zukünftigen Messprogrammen vorgesehen.
Zukünftige Grenzwerte für PFAS teils überschritten
Die PFAS-Grenzwerte werden im Januar 2026 und 2028 für 20 PFAS eingeführt. Diese zukünftigen Grenzwerte wurden bei unserem Trinkwassertest in mehreren Regionen überschritten: in Zeuthen (Brandenburg), Ludwigslust und Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern). In allen genannten Regionen deuten die erhöhten PFOA-Konzentrationen auf Altlasten durch den früheren Einsatz von PFAS-haltigen Feuerlöschschäumen hin. Unsere Deutschland-Karte zeigt die Ergebnisse der punktuellen örtlichen und zeitlichen Stichproben in den Städten. Die vollständigen Testergebnisse können Sie hier herunterladen.
Mineralwasser: Welche enthalten PFAS?
Der Mineralwassertest wurde im April 2024 durchgeführt.
Diese Mineralwasser enthalten PFAS:
- Spreequell, PET-Einweg, Brandenburg: 200 nanogramm Trifluoressigsäure pro Liter
- Gerolsteiner Naturell, PET-Einweg, Rheinland-Pfalz: 92 nanogramm Trifluoressigsäure pro Liter
- Hassia Still, PET-Mehrweg, Hessen: 53 nanogrammTrifluoressigsäure pro Liter
Keine PFAS enthalten:
- Naturell Mierbachquelle Quellbrunn Aldi, PET Einweg, Hessen
- Saskia Medium Wörth am Rhein Lidl, PET Einweg, Rheinland-Pfalz
Tägliche PFAS-Aufnahme zu hoch
Auch wenn in den meisten Proben die Trinkwassergrenzwerte eingehalten werden, zeigen die Werte trotzdem das Ausmaß der PFAS Verschmutzung. Zudem sind wir durch Lebensmittel und Alltagsprodukte bereits zu hohen Konzentrationen von PFAS ausgesetzt. So stellte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schon 2021 fest, dass bei einigen Bevölkerungsgruppen die täglich aufgenommene PFAS-Menge bereits über den gesundheitlich kritischen Wert liegt. Eine Beeinträchtigung des Immunsystems durch die Chemikalien kann laut BfR nicht ausgeschlossen werden. Die Menge PFAS, die wir täglich durch unser Trinkwasser aufnehmen, ist im Vergleich zu etwa Fisch und Fleisch gering. Doch die Wasserproben zeigen, wie weit verbreitet PFAS inzwischen auch im Wasser sind.
Kosten für Wasseraufbereitung steigen
Durch die zunehmende Verschmutzung wird die Wasseraufbereitung für die Versorger teurer. Diese geben die gestiegenen Kosten über steigende Wasserpreise an Verbraucher*innen weiter. Die Hersteller von PFAS, die die Chemikalien im Umlauf bringen, müssen sich bisher meist nicht an den Aufbereitungskosten beteiligen. PFAS sind extrem langlebig und mobil. Wenn sie einmal in die Umwelt gelangt sind, lassen sie sich wenn überhaupt nur mit großem Aufwand wieder zurückholen. Was bei Trinkwasser noch machbar scheint, ist bei Lebensmitteln und verschmutzen Böden unmöglich.
PFAS müssen beschränkt werden
Der BUND setzt sich für eine umfassende Beschränkung von PFAS ein. Nur mit zeitlich befristeten Ausnahmen sollen sie für essentielle Anwendungen, wie beispielsweise in medizinischen Bereichen, weiterverwendet werden dürfen. Die Gesetzgebung zu Chemikalien findet hauptsächlich auf EU-Ebene statt. Hier müssen sich Umweltminister Schneider und Wirtschaftsministerin Reiche für eine EU-weite und umfassende PFAS-Beschränkung, wie in der Chemikalienstrategie der Kommission vorgesehen, stark machen.
So können Sie PFAS vermeiden:
- Achten Sie auf bei Produkten auf die Kennzeichnungen „PFAS-frei“, „PFC-frei“ oder „fluorcarbonfrei“. Die Begriffe bedeuten das gleiche und kennzeichnen, dass sie PFAS-frei sind.
- Achten Sie bei Kühlschränken und Wärmepumpen darauf, dass sie keine flourierten Gase („F-Gase“) enthalten.
- Nutzen Sie die kostenlose ToxFox-App um Schadstoffe wie Melamin in Alltagsprodukten aufzuspüren.