Schmetterling des Jahres 2026: Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Pressemeldung Stutensee-Woche KW 48, 27.11.2025

Bläulinge sind eine relativ umfangreiche Familie kleinerer Schmetterlinge, die durchaus nicht immer blau sein müssen. Vor allem die Weibchen sind häufig eher bräunlich. Zu dieser Artenfamilie gehört auch der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Und was macht diesen Schmetterling so besonders, dass er zum Schmetterling des Jahres 2026 gewählt wurde? Seine ungewöhnliche Brutbiologie. Normalerweise legen Schmetterlinge ihre Eier an Futterpflanzen ab, an denen dann die ausgeschlüpften Raupen (wenn sie es überleben) so lange herumknabbern, bis sie sich nach mehreren Häutungen verpuppen können und der fertige Falter schlüpft. Beim Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist das alles etwas komplizierter. Zunächst einmal „normal“ ist, dass das Weibchen seine Eier in die noch jungen Blüten des Wiesenknopfes legt, wo die geschlüpften Raupen ihre erste Zeit verbringen. Dann aber beginnt das Besondere dieser Schmetterlingsart: Mit dem bloßen Fressen an der Blüte ist es nämlich nicht getan. Nach einigen Wochen lässt sich die Raupe zu Boden fallen und muss hoffen, dort auf eine spezielle Knotenameisenart zu treffen, die sie „adoptiert“ und in ihr Nest schleppt. Dort wird sie von den Ameisen wie die eigene Brut gefüttert und kann sich ungestört im Schutz des Ameisennestes entwickeln und im nächsten Frühjahr verpuppen. Nach dem Schlupf allerdings muss sich der junge Schmetterling beeilen, aus dem Nest zu entkommen, da er nicht mehr den Duft der Ameisen (gewissermaßen den „Stallgeruch“) trägt und damit zu einer potentiellen Beute wird. In der Regel gelingt die Flucht jedoch. 

Und was hat diese ganze Geschichte mit Stutensee zu tun? Ganz einfach: Der eigentlich recht seltene Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling kommt auch auf Stutenseer Gemarkung vor, zumindest auf der von unserer Ortsgruppe betreuten Streuobstwiese in Büchig. Das beweist die hohe ökologische Wertigkeit von Streuobstwiesen und die Notwendigkeit, diese Gebiete angemessen zu pflegen. 

Gerald Steinig, BUND-Ortsgruppe Stutensee 

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