Wildkatzen auch in Stutensee?

Pressemeldung 25.01.2025, Stutensee-Woche KW 5

Bild: Thomas Stephan

Das ist eine offene Frage. Wir hoffen, dass wir sie im Juni, wenn die Ergebnisse der gegenwärtig laufenden Untersuchungen vorliegen sollen, beantworten können.

Am letzten Samstag haben sich die Interessenten getroffen, die sich für das Wildkatzenmonitoring im Bereich von Stutensee, über Graben, Bruchsal, Upstadt-Weier, Ober- bzw. Untergrombach, Weingarten, bis Pfinztal gemeldet haben. Es haben sich zum Glück viele Helfer gefunden, die bei diesem spannenden Citizen-Science-Projekt von der Projektleiterin des BUND Landesverbandes Dr. Andrea Lehning und dem Wildtierbeauftragten Dominic Hahn begrüßt wurden. Man möchte wissen, ob sich die Wildkatze auch nach Osten hin über Korridore von der Rheinebene in das nächste Vorkommen im Gebiet Stromberg-Heuchelberg bereits ausgebreitet hat, nachdem sie hier ausgestorben war.

Zunächst gab es eine kurze Einführung über den Lebensraum, den die Wildkatzen bevorzugen, nämlich sonnige Weideflächen, wo sie ihre Beute fangen können. Er muss aber auch Totholzhaufen, Baumhöhlen usw. aufweisen, die als Versteck für sie tagsüber dienen können, am besten abgestufte Waldränder mit vielen Versteckmöglichkeiten. Gefährdet ist ihr Bestand durch die Zerschneidung von Wäldern, aber auch den Abtransport von Holzhaufen, da sie sich dort gerne aufhalten und eventuell auch ihre Jungen lassen oder aber auch durch Knotengitterzäune.

Anschließend wurde den einzelnen Teams jeweils ein Eimer mit Materialien sowie eine Wildtierkamera übergeben und ihnen die genaue Position der Lockstöcke mitgeteilt. Der Eimer enthält nicht nur das Baldrian, das auf die Lockstöcke gesprüht wird (Baldrian zieht Wildkatzen geradezu magnetisch an), sondern auch Tütchen für die Haarproben, wenn sich welche am rauen Lockstock finden. Natürlich wird auch über die wöchentlichen Kontrollen Protokoll geführt. Die Haarproben werden anschließend gesammelt und im Senckenberg-Museum in Frankfurt genetisch untersucht. Die in der Nähe des Lockstocks angebrachte Wildtierkamera dient als weiteres Indiz für das Vorhandensein einer Wildkatze. Natürlich hoffen alle Teams, auf ein solches in ihrem Gebiet. Aber auch sonst sind alle gespannt, welche Tiere sich sonst noch in der Nacht dort zeigen. In ein paar Monaten sind wir alle schlauer und werden über die Ergebnisse berichten. Wir wünschen den Teams viel Erfolg und viel Spaß.

BUND-Ortsgruppe Stutensee, Gerald Steinig

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